Ein letztes Mal!

Dies ist voraussichtlich mein letzter Beitrag während dieser Reise! Das Reisejahr neigt sich so langsam dem Ende zu und auch die Entfernung nach Hause wird immer geringer. Aktuell befinden wir uns noch in Prag – nur noch knappe 250km von Leipzig entfernt. Am Montag werden wir die wohl letzte mehrtägige Etappe unserer Reise starten und an der Moldau und Elbe entlang gen Leipzig radeln. Voraussichtlich erreichen wir Leipzig am Wochenende vom 22.09. – 24.09.

Wie ich mich freue, endlich alle Lieben wiederzusehen! Bin schon ganz aufgeregt…

Die letzten Wochen waren sehr entspannt. Nachdem wir (bzw. ich) am Wurzenpass an der Grenze zu Slowenien gescheitert sind, beschlossen wir, den Alpe Adria Radweg doch bis zum Ende zu fahren. Schnell trieb es uns von Grado weiter Richtung Slowenien, wo wir hofften, den teuren und überlaufenen Campingplätzen der italienischen Adria zu entkommen. Dies ist uns glücklicherweise auch gelungen. Im Kaki-Camp (absoluter Geheimtipp!) in Slowenien Nähe Portoruz blieben wir fast eine Woche hängen und verlebten eine tolle Zeit mit entspannten, sympathischen und interessanten Backpackern, kleinen Tagesausflügen und vieeel Baden (Slowenien verläuft ganze 46,6 km an der Adriaküste).20170916_143733-COLLAGE Trotzdem setzten wir unseren Weg Richtung Kroatien fort. Nach Slowenien und perfekten Radwegen war das Radfahren in Kroatien durchaus eine Herausforderung. Schmale Straßen ohne Radspur und viele ungeduldige Autofahrer. Auch die Zeltplätze waren wieder auf Massentourismus ausgelegt. Spontan trafen wir uns bei Rovinj (sehr schöne Stadt!) mit meinem Cousin Korbi und seiner Freundin Linda, die eine Woche dort Urlaub gemacht hatten. Zum Glück fanden wir auch in Kroatien ein kleines Stück Naturparadies in der Nähe von Pula – das Naturschutzgebiet Kamenjak.20170916_144029-COLLAGE

Um nicht die gleiche Strecke zwei Mal zu fahren, ging es mit der Fähre wieder zurück nach Triest/Italien. Immerhin hatten wir einen Zeitplan einzuhalten – wir wollten schließlich rechtzeitig in Iseo/am Iseosee sein! Ohne weitere Umwege und nur einem Tag Pause in Venedig ging es also weiter Richtung Iseo. Rechtzeitig am 02.09. erreichten wir Iseo und errichteten das Basislager für unser Treffen mit unseren Freunden Kathrin & Domi, Franzi & Robert.20170916_144147-COLLAGEDie Woche in Iseo war super! Wieder viel Entspannen, Baden, Essen, Spielen, Quatschen – einfach schön! Die Krönung war wohl unsere mehrstündige Bootstour mit eigenem (geliehenen) Motorboot auf dem Iseosee… Der einzige wirklich schlechte Regentag wurde kurzentschlossen mit einem ausgedehnten Besuch in der Therme am Gardasee überbrückt. Nachdem alle abgereist waren, stellte sich wieder ein ungutes Gefühl der Leere ein, aber das Wissen des baldigen Wiedersehens milderte dieses Gefühl zum Glück schnell wieder ab. Um nicht ein zweites Mal Österreich und ein drittes Mal die Alpen zu überqueren, hatten wir Bustickets für eine Fahrt von Mailand nach Prag gebucht. Zügig ging es somit vom Iseosee nach Mailand. Die dreizehnstündige Busfahrt von Mailand nach Prag verlief reibungslos und somit sind wir seit gestern in Prag. Tolle Stadt und guuutes Pivo! In diesem Sinne – na zdravi und bis bald in Leipzig!!!

Österreich – Alpe Adria Radweg

Viele Grüße aus dem wunderschönen und idyllischen Obervellach in Österreich!

Zwei tolle Wochen liegen hinter uns! Wir hatten eine tolle Zeit mit Andreas und Sebastian (unseren Freunden, die wir während unserer Reise in Thailand kennengelernt haben), Linda und Keksi und vielen weiteren sympathischen Menschen in und um München. Dank Andreas Tipps waren wir im Kopf der Bavaria, haben viele leckere Restaurants in München kennengelernt, waren auf einem beeindruckenden Konzert der Diskotäschchen, haben uns die Schönheitengalerie von König Ludwig in der Nymphenburg angeschaut und sind bei Hochwasser mit dem Schlauchboot die Isar runtergeschippert. Zusammen waren wir an den Osterseen baden, in den Gumpen (Gumpen, was ist das?) wandern, klettern und baden, durften einer Bandprobe beiwohnen (My boys don’t cry) – voll gut by the way!, segeln auf dem Starnberger See und beim Humulus Lupulus Festival. Hach… Danke nochmals, dass ihr Euch so viel Zeit genommen habt! Wir hoffen, dass wir uns bald in und um Leipzig dafür revanchieren dürfen!

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Zum krönenden Abschluss der zwei Wochen haben wir Reiner und Silja (Freunde der Familie, die ich in Teheran kennengelernt und fünfzehn Jahre nicht gesehen hatte) in ihrem Zuhause bei Rosenheim überrascht und uns dort auch von meinen Eltern verabschiedet. Danke Reiner und Silja für Eure offene Tür, Eure offenen Ohren und vor allem Eure offenen Herzen. Es war sehr spannend mit Euch Erzählungen und Erfahrungen auszutauschen! (Von München nach Rosenheim führt übrigens der malerische Mangfall Radweg – sehr zu empfehlen!!!)

IMG_20170812_170845Danach sind wir wie geplant auf unseren Radln gestartet/weitergefahren.  Wir haben uns entschieden, Österreich über den Alpe Adria Radweg zu durchqueren (Danke an Stefan für den Tipp!). Dieser führte uns bisher über Salzburg, Werfen und Schwarzach bis nach Obervellach. Nach einem erzwungenen Tag Pause in Schwarzach auf Grund von Unwetter und Dauerregen setzten wir unsere Reise gestern fort. Die gestrigen Etappe war die bisher schönste auf dem Alpe Adria Radweg. Mit anspruchsvollen Steigungen ab Schwarzach, langen Tunneln, einem weiteren knackigen Anstieg nach Bad Gastein und einer spektakulären Abfahrt von Mallnitz nach Obervellach (über 500 Höhenmeter auf 9km). Heute geht es weiter Richtung Villach, wo wir den Alpe Adria Radweg verlassen werden, um unseren Weg über Slowenien fortzusetzen.

20170813_105440-COLLAGEAlso, man ließt sich!

Bis bald – Eure Katja

Servus aus…

…Deutschland! Ja, ihr habt richtig gelesen, wir befinden uns aktuell in Deutschland! In München um genau zu sein… „Weshalb?“ werdet ihr Euch jetzt wohl fragen. „Haben sie ihre Reise jetzt schon abgebrochen?“ geht Euch sicher durch den Kopf. „Nein Nein“ kann ich da nur (beruhigend) antworten. Wir haben quasi nur einen kurzen Zwischenstopp eingelegt. Zuletzt waren wir nach Euren Kenntnissen in Buenos Aires. Da das Wetter immer winterlicher wurde, zog es uns immer mehr in wärmere Gefilde. Wir überlegten, nach Brasilien weiter zu fahren, oder nach Cuba, Mittelamerika oder Mexico zu fliegen. Leider wurden wir so oft vor Gefahren (hauptsächlich bewaffnetem Überfall) in Brasilien gewarnt, dass wir uns nicht mehr vorstellen konnten, unvoreingenommen und entspannt dort Fahrrad zu fahren. Mit dem Fahrrad ist man potenziellen Gefahren noch mehr ausgesetzt. Nachdem wir unsere Reisekassen überprüft hatten, stellten wir fest, dass auch Fliegen nach Cuba, Mittelamerika oder Mexico unsere Reisekassen sprengen oder zumindest die Reisedauer erheblich verkürzen würde. Außerdem trug ich mich schon seit längerem mit dem Wunsch, meine Oma zu ihrem 80. Geburtstag zu überraschen (sie hat im Juli Geburtstag). Und so fingen wir an, Flüge nach Europa zu sichten. Unsere Vorstellung war, nach Portugal, Spanien, Italien oder einem anderen Land im südlichen/warmen Europa zu fliegen und von dort aus in den verbleibenden Wochen bis zum Geburtstag meiner Oma bis ins Allgäu (genauer nach Amtzell) zu radeln. Schnell stellten wir fest, dass die billigsten Flüge von Buenos Aires nach Europa Gabelflüge über Amerika sind. Nach mehrstündigem Suchen und Vergleichen entschieden wir uns für einen Flug über Atlanta und New York nach Málaga und buchten. Nachdem wir gebucht hatten, überlegte ich, was man während des zwölfstündigen Aufenthaltes in Atlanta unternehmen könnte und ob es möglich wäre, den Flughafen zu verlassen. Bei meiner Recherche im Internet stolperte ich dann über den Begriff ESTA, der elektronischen Einreiseerlaubnis,  welche benötigt wird, um als deutscher Staatsangehöriger in Amerika einreisen zu dürfen. Der Hinweis auf der Seite des Auswärtigen Amtes, dass unter anderem deutsch-iraner von der ESTA-Vereinbarung ausgeschlossen sind und nur mit gültigem Visum in Amerika einreisen dürfen, raubte mir dann endgültig die Fassung. Ich wollte doch nur kurz landen, in die nächste Maschine umsteigen und nach Europa fliegen? Für mich ohne teures Visum, welches ich mehrere Wochen im voraus beantragen müsste, nicht möglich! Das war natürlich keine Option (und das nicht nur aufgrund des Flugtermins eine Woche später). Entnervt stornierten wir die Flüge. Zum Glück ist das bei Onlinebuchung innerhalb von 24h kostenfrei möglich.

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Nach weiterem mehrstündigem Suchen und Vergleichen hatten wir dann endlich unsere Flüge mit Qatar Airways nach Barcelona mit Umwegen über Sao Paulo und Doha. Doch auch das sollte nicht so reibungslos funktionieren… Am Mittwoch, den 07.06. sollte unser Flug gehen. Am Morgen des 07.06. ereilte uns die Nachricht, dass Qatar seit mehreren Stunden von allen umliegenden arabischen Ländern bestreikt wird (zufälligerweise genau eine Woche nach Trumps Besuch bei seinen arabischen Freunden und Verbündeten). Mit der Auswirkung, dass Qatar Airways alle seine Flüge über den iranischen Luftraum leiten muss. Mit nervösem Magen (also bei mir zumindest) machten wir uns auf den Weg zum Flughafen und hofften, dass unser Flug nicht von Streichungen und Verspätungen betroffen sein möge und ich verfluchte gleichzeitig in Gedanken Trump und seine sch… Weltpolitik. Mit vier Stunden Verspätung starteten wir dann letztendlich unsere Reise über Sao Paulo, Athen, Iran, Doha und kamen schließlich 32h später am 09.06. in Barcelona an!

Die ersten vier Tage nach unserer Ankunft in Barcelona verbringen wir auf einem Zeltplatz in unmittelbarer Nähe zum Flughafen. Sehr praktisch, wenn man mit Fahrrad anreist. Man kann sein Rad direkt am Flughafen zusammenbauen und zum Zeltplatz fahren. Für einen entspannten längeren Aufenthalt ist der Zeltplatz aufgrund des Fluglärms eher nicht zu empfehlen. (Erste Eindrücke:) Wir freuen uns über Euros und dass wir uns mit unserem in Südamerika erarbeiteten Spanischwortschatz verständigen können, genießen das Wetter und die billigen Lebensmittelpreise. Vom Zeltplatz aus unternehmen wir Tagesausflüge nach Barcelona – eine fantastische Stadt! – und ich beschließe ihr in den kommenden Jahren im Herbst über ein verlängertes Wochenende einen weiteren Besuch abzustatten. Nach den vier Tagen bei Barcelona machen wir uns also auf den Weg ins Allgäu.

20170728_193449-COLLAGEDie ersten Etappen sind eher kurz und wir genießen Spanien, das Meer und die europäischen Standards. Je näher wir der französischen Grenze kommen, welche von Barcelona nur knapp 250/300 km entfernt ist, um so bergiger wird es und die langen Sandstrände werden von Stränden mit Steilküsten abgelöst. Ab Frankreich führt uns unser Weg etwas abseits der Küste, da sich zwischen uns und der Küste mehrere Seen befinden. Die Landschaft ist wunderschön und wir fahren durch hügelige Naturschutzgebiete. Die Etappen durch die Ausläufer der Pyrenäen sind weit anspruchsvoller als an der spanischen Küste entlang. Bei Montpellier verabschieden wir uns vom Meer und fahren in nördlicher Richtung nach Avignon. Ab Avignon folgen wir dem Rhône-Radweg bis Genf. Ich kann den Rhône-Radweg nur wärmsten empfehlen! Er ist sehr gut ausgeschildert und führt durch wunderschöne Landschaften und Städte. Siehe auch: Webseite Via Rhona

20170728_194601-COLLAGEWie sehr habe ich die Etappen zwischen Lyon und Genf genossen!

In Genf angekommen ereignet sich ein wunderbarer Zufall. Beim Fahren durch die Stadt fallen uns ein paar Fahrradkuriere auf, welche an einem Brunnen pausieren. „Ein Fahrradkuriertreff“ sag ich zu Robin und er meint „lass ma rüberfahren und quatschen“. Leider sprechen alle nur französisch… Zwei Minuten später kommt ein Kuriermädel angefahren und es entpuppt sich, dass wir uns schon auf vergangenen Meisterschaften (für/von Fahrradkuriere/n) gesehen haben und sie, wie sich nach ein paar weiteren Minuten herausstellt, mit unserem Kurierfreund Hagen zusammen ist, der (mittlerweile bzw. zu diesen Zeitpunkt noch) in Lausanne wohnt(e). Was für eine Freude! Wir beschließen spontan Hagen in Lausanne zu überraschen und werden freudig aufgenommen. Schöne Stunden verbringen wir mit Hagen und Nata in Lausanne und beim Altstadtfest!

Die nächsten und letzten Etappen durch die Schweiz und ins Allgäu fallen sehr sportlich aus (in vier Tagen durch die Schweiz!). Dies liegt sowohl an den schwindelerregend hohen Preisen in der Schweiz, als auch an unserem Zeitpensum. Dieses wurde durch eine weitere  Vorgabe noch einmal um mehrere Tage gestrafft (Franzi hat geschäftlich in Stuttgart zu tun und wir verabreden uns nach ihrem Termin zusammen einen Tag in Friedrichshafen zu verbringen.). Weiterhin erschweren Hitzegewitter und Hagel das Radfahren. Außerdem komme ich auf unserer vorletzten Etappe durch die Schweiz bei einem Sturz nur knapp mit einer kleinen Hautabschürfung am Ellenbogen davon und an schlimmerem vorbei. Mir bricht während der Fahrt der vordere Gepäckträger mitsamt Rucksack ab und gerät wie ein Bremsblock unter das Vorderrad! Zum Glück ist mir das nicht bei einer Abfahrt passiert!!!

20170728_195209-COLLAGEUmso beschwingender ist das Gefühl, als wir am 10.07. mit der Fähre (Romanshorn – Friedrichshafen) wie geplant in Friedrichshafen ankommen.  Nach neun Monaten wieder etwas Heimat! Dort gönnen wir uns erst einmal ein großes Weizen. Später holen wir Franzi vom Bahnhof ab. Auch hier wieder große Freude! Zusammen verbringen wir eine schöne Zeit in Friedrichshafen mit Baden, Essen, Spaziergängen und Quatschen. Hachja war das schön!

Ich bin sehr aufgeregt, als wir von Friedrichshafen Richtung Amtzell aufbrechen (12.07.). Ich kann es kaum erwarten, meine Familie nach so langer Zeit wieder zu sehen. Die Strecke kommt mir unendlich lang  und auch fremd vor. Endlich stehe ich vor dem Haus meiner Oma. Meine Oma und meine Tante können es kaum glauben, als sie sehen, wer vor der Tür steht. Was für eine Wiedersehensfreude. Diese zieht sich über die darauffolgenden Tage. Meine Oma hat zu einem großen Fest geladen und so ist (fast) die ganze Verwandtschaft versammelt. Es ist sooo schön alle nach so langer Zeit wieder zu sehen und zu umarmen. Dieses Gefühl hätte mir wohl keine karibische Insel dieser Welt geben können…

So, jetzt fragt ihr Euch sicher „Was macht Katja jetzt in München und wie geht es weiter?“… Vom 21.07. – 23.07. fand die ECMC (europäische Meisterschaft der Fahrradkuriere) in Wien statt und wir beschlossen dieses Event mit dem Geburtstag meiner Oma zu verbinden und nach dem Geburtstagswochenende (14.07. – 16.07.) nach Wien zu fahren. Auch das sollte eine Überraschung sein (gelungen!). Nach einer tollen ECMC in Wien und auch hier viel Wiedersehensfreude ging es am Montag (24.07.) mit dem Fernbus zurück nach München um hier meine Eltern zu verabschieden, welche zum Anlass des Geburtstags meiner Oma nach Deutschland gekommen sind. Außerdem besuchen wir zwei liebe Freunde in München, welche wir auf unserer Reise in Thailand kennengelernt haben. 

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Route Barcelona – Amtzell

Am 07.08. geht es wieder über Österreich, Slowenien, Kroatien, Italien, Österreich, Tschechien zurück nach Leipzig. Ein Heimweg mit Umwegen also! Solltet ihr Lust und Zeit haben, Euch mit uns auf dieser Strecke die Beine zu vertreten oder einfach ein paar Tage mit uns zu verbringen, meldet Euch gerne! Ich bin jetzt auch wieder unter meiner alten Nummer telefonisch erreichbar… Achja, voraussichtlich werden wir Leipzig am 28.09. erreichen.

Ab jetzt hat auch die Heimlichtuerei ein Ende und ich werde Euch wieder regelmäßig informieren. Also bis bald!

Eure Katja

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Mit PiwoPivo läßt sich auch das deutsche Sommermistwetter ertragen 😉

Argentinien


Liebe Freunde und fleißige Leser des Blogs,

jetzt war es doch mal wieder ungewöhnlich lange ruhig und ich habe nichts von mir lesen lassen. Die letzten Wochen waren emotional sehr turbulent. Der Gesundheitszustand von Kater Mutz (der seit 12 Jahren Bestandteil meines Lebens ist/war) war ein einziges auf und ab und hat sich leider immer mehr verschlechtert. Natürlich ist man dann in Gedanken immer Zuhause und kann sich nicht so recht auf das Reisen einlassen. Da ist die alltägliche Suche nach Internet, um den aktuellen Gesundheitszustand von Mutzi zu erfahren und auch die Zeltplatzsuche/Schlafplatzsuche eher eine Zumutung. Oft habe ich mir die Frage gestellt, ob es Sinn macht, die Reise abzubrechen, aber ich wusste ihn immer in guten Händen und es schien immer wieder, als ob es mit ihm gesundheitlich bergauf geht. Vorletzte Woche Freitag (09.06.) habe ich dann doch überraschend die traurige Nachricht erhalten, dass er eingeschläfert werden musste. Ich habe immer gehofft, dass er sich bald erholt, doch wie sich letztendlich heraus gestellt hat, hatte er Krebs und mit einer Heilung war nicht zu rechnen. Diese Nachricht in der Ferne zu erhalten und nichts tun zu können bzw. für ihn da zu sein, war eine sehr schmerzhafte und traurige Erfahrung und ich brauchte erst einmal Zeit für mich, um das Ganze zu verarbeiten. An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal allen danken, die sich so sehr für Mutz eingesetzt haben und (wie ich) bis zu letzt gehofft haben, dass es ihm bald wieder gut geht. Danke!

Nun interessiert es Euch sicher auch, was sonst in den letzten Wochen passiert ist und meine Eindrücke von Argentinien. Darüber möchte ich in diesem Beitrag schreiben.

Alsooo, wie zuletzt berichtet, sind wir am 17.05. von Santiago de Chile mit dem Bus über die Anden nach Mendoza in Argentinien gefahren. Lange haben wir überlegt, die Passage mit dem Rad zu fahren, mussten uns dann aber letztendlich dagegen entscheiden. Die Strecke war bis kurz vor unserer Abreise für fünf Tage auf Grund von schwerem Schneefall gesperrt. Eine Überquerung der Anden mit dem Rad ist nur in mehreren Etappen möglich und die einzige Übernachtungsmöglichkeit ist Zelten am Straßenrand – das wollten wir uns dann doch nicht zumuten. Also hieß es wieder einmal Räder und Gepäck in den Bus und los geht die Reise. Diese dauerte viel länger als erwartet. Wir verbrachten alleine 3h am Grenzübergang Chile/Argentinien. Jeder einzelne Reisebus wurde stichprobenhaft untersucht und das dauert! Über die Effizienz des ganzen Verfahrens lässt sich streiten, aber man hatte wenigstens Zeit, um mit den Mitreisenden ins Gespräch zu kommen. So lernten wir Pablo kennen, einen Chilenen, der in San Luis in Argentinien wohnt. Auf der Strecke nach der Grenze stauten sich die LKWs kilometerlang, da sie auf Grund der Straßensperrung tagelang nicht fahren konnten.

Als wir dann endlich gegen 21:00 Uhr in Mendoza ankommen, ist es dunkel und es gibt auch keine Weiterreisemöglichkeit für Pablo nach San Luis. Spontan schließt er sich uns an und wir laufen in eine gute Unterhaltung vertieft zu unserem Guesthouse. Dort wird die Unterhaltung nahtlos fortgeführt und die Runde erweitert sich um Pipo, unserem jungen, sympathischen Gastgeber. Ihr seht, gleich wieder Anschluss gefunden. Am nächsten Morgen bringt mir Pablo alles bei, was man über den heiligen Mates (Tee) der Argentinier wissen muss. Ja, ihr lacht, aber der Mates ist den Argentinien wirklich heilig. Pablo erzählte mir, dass er einmal in einen schweren Streit mit seiner damaligen argentinischen Freundin geriet, weil er ihren Mates weggeräumt hat! In Argentinien hat jeder Argentinier ein Mates-Kit, bestehend aus einer Thermoskanne mit heißem Wasser, einem Mates-Becher, dem Mates-Strohhalm aus Metall und natürlich Mate-Tee. Dieses Kit ist ein ständiger Begleiter und es wird bei jeder Gelegenheit genutzt. Ich gehe jetzt nicht ins Detail, was die Zubereitung des Tees angeht… Am meisten fasziniert mich die gesellige Komponente der Mates-Zeremonie. Man bereitet immer im Wechsel einen Mate für seinen Gegenüber und für sich. So geht der Mate die Runde herum und es bleibt nie bei einem Mate – deshalb Mates. Argentinier sind auch recht einfach über einen solchen typischen Mates-Becher mit metallenem Strohhalm zu identifizieren. Wir begleiten Pablo noch zum Busbahnhof und verabreden uns, ihn in San Luis zu besuchen.

20170622_143313-COLLAGEWir selbst verbringen noch ein paar weitere Tage in Mendoza und erkunden die schöne Stadt. Die Region um Mendoza ist berühmt für seinen Wein. So führt uns unser Weg aus Mendoza Richtung Buenos Aires auch zunächst durch wunderschöne Landschaften mit den Anden im Hintergrund und durch viele Weingüter. Ganz zufrieden mit unserem ersten Radtag in Argentinien zelten wir auf einem leeren Zeltplatz kurz hinter San Martin. Wieder wird uns bewusst, dass die Reisezeit in Argentinien längst vorbei ist und “der Winter naht”. Leere Zeltplätze und kalte Temperaturen bei Nacht führen uns das auch immer wieder vor Augen. Ab San Martin wird die Landschaft zunehmend eintöniger und wir folgen Tag für Tag der langen Asphaltstraße die sich durch die öde Landschaft der Region Pampa zieht. Jaaa, daher kommt der Begriff! Zunehmend gelangweilt von der kargen Landschaft und frustriert von kilometerlangem Nichts, legen wir Kilometer für Kilometer zurück. Zu allem Überfluss verhakt sich mitten in der Pampa auch noch ein Steinchen zwischen Robins Kette und Umwerfer, so dass der Umwerfer abreißt. Mitten in der Pampa wohl bemerkt! Während Robin frustriert erst einmal eine Zigarette raucht, um seine Nerven zu beruhigen, baue ich schon einmal den Rest vom Schaltwerk und der Kette ab. Robin kürzt die Kette und im Handumdrehen ist der Schalter in einen Singlespeeder umfunktioniert. Man muss sich halt auch in der Pampa zu helfen wissen! Lustigerweise hatte Robin mir erst kurz davor von einem Traum erzählt, in dem er mit seinem Singlespeeder durch die Gegend (Leipzig?) fährt. Tja, wenn Träume wahr werden! So geht es also, für Robin mit nur noch einem Gang, weiter durch die Pampa. Durch den Zwischenfall etwas entschleunigt erreichen wir einen Tag später als geplant San Luis. Pablo empfängt uns in San Luis mit offenen Armen. Er und sein Mitbewohner haben gekocht. Das Essen ist gerade fertig, als wir ankommen. Pablo wohnt mit seinen drei Mitbewohnern in einem kleinen, einfachen Häuschen in San Luis, welches seiner Mitbewohnerin Kitti gehört. Wir essen zusammen und ruhen uns ein bisschen aus. Danach hilft uns Pablo bei der Suche nach einem neuen Schaltwerk für Robin. Oft denke ich an Pablo und die WG in San Luis zurück. Ihre bemerkenswerten und einzigartigen Charaktere und ihre bedingungslose Gastfreundschaft und Hilfe haben mich nachhaltig beeindruckt. Alleine über “den alten Mann”, einem der Mitbewohner, könnte man wahrscheinlich ein ganzes Buch schreiben.

20170622_143728-COLLAGENachdem wir in San Luis einiges organisiert und erledigt haben (unter anderem ein neues Schaltwerk und eine neue Kette für Robin), geht es auf direkten Weg weiter nach Buenos Aires.

In Buenos Aires verbringen wir fast zwei Wochen. Es ist sehr spätherbstlich aber überwiegend trocken und sonnig. Wir kommen in einem kleinen, ruhigen Guesthouse unter. Jeden Tag wird bis 10:00/11:00 Uhr ausgeschlafen, dann gibt es meistens Medialunas und Kaffee zum Frühstück und danach wird die Stadt entweder zu Fuß oder per Rad erkundet. So kennen wir bald die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Eckpunkte der Stadt und können uns gut orientieren. Insgesamt ist Buenos Aires sehr europäisch. Der Hafen erinnert an Hamburg. Ich mag das Viertel San Telmo mit seinem alten Markt, dem Straßenflohmarkt am Sonntag und der besten Choripan der Stadt. Ansonsten ist es hier fast ein bisschen unspektakulär. Das liegt aber wahrscheinlich auch an der Jahreszeit. Ich kann mir schon vorstellen, dass hier im Sommer die Straßen nachts voller Leben und Trubel sind und an jeder Ecke Tango getanzt und das Leben zelebriert wird. Uns zieht es jedenfalls jeden Tag immer mehr ins Warme und ans Meer…

20170622_143954-COLLAGE…und so setzen wir unsere Reise zunächst weiterhin im spanischsprachigen Raum fort. Genaueres dann im nächsten bzw. überübernächsten Beitrag – es stehen ja noch die Beiträge zu Tour Aotearoa – Nordinsel und zu unserem Road trip durch Atacama aus.

Also bis bald!

Eure Katja

Und wieder heißt es Abschied nehmen

Unsere Gastgeber und Freunde in Santiago de Chile Jorge y Claudia

Mit unseren Gastgebern und Freunden in Santiago de Chile Jorge y Claudia

Nach einer aufregenden Zeit mit unserem Campervan (ausführlicher Bericht hierzu erscheint natürlich auch noch!) und wiederholter Rückkehr und Aufenthalt in Santiago de Chile geht es morgen schon wieder weiter nach Mendoza in Argentinien… Und dann mit dem Rad durch die Pampa! Na mal schauen, was das wird…

Zwei schöne Filmchen zum Sonntag

Hallo liebe Freunde,

ich möchte hier zwei schöne Kurzfilme mit Euch teilen. Der erste Kurzfilm ist von unserem Teilzeitreisegefährten Greg über seine ersten sechs Monate in Neuseeland. Sehr gelungen wie ich finde (Hinweis: nur sichtbar für Personen, welche mit mir oder Robin über FB befreundet sind):

#6monthsshortversion von Greg Egle

Der zweite Film ist über Calypso – die Tauchschule auf Koh Tao, bei welcher wir unseren Tauchschein gemacht haben. Wunderschön und seeehr authentisch. Eine Empfehlung für jeden, der keine Lust hat auf Massenabfertigung. Neben den tollen Tauchlehrern ist das Hausriff ein absoluter Traum! Doch seht selbst:

Calypso Diving Koh Tao von Florian Fischer

Balu hat uns das Tauchen beigebracht. Danke dafür!

Road trip

Hola amigos!

Viele Grüße aus der trockensten Wüste der Welt (Atacama)! Wir sind gut in Chile gelandet (05.04.) und mittlerweile auch angekommen. Die letzten zweieinhalb Wochen in Neuseeland waren wieder gespickt mit Highlights, angefangen mit einem Wiedersehen mit Jörg in Wellington, dem erfolgreichen Tongariro crossing, vielen hot pools auf der Thermalstrecke nach Rotorua, Wiedersehen mit unseren Camperfreunden vom Anfang unseres Neuseelandabenteuers und Treffen mit der Aucklander Bike Gang. Hierzu mehr in einem gesonderten Beitrag.

20170502_142752-COLLAGEUnser Flug von Auckland nach Santiago de Chile verlief reibungslos. Das einzige Ärgernis war, dass wir pro Fahrrad 200,00 $ Übergepäck zahlen mussten, da die Fluggesellschaft LAN zum 17.12.2016 ihre Bestimmungen bzgl. der kostenlosen Mitnahme von Fahrrädern geändert hat.

In Santiago angekommen, nehmen wir uns einen Shuttlebus, der uns bis vor die Haustür unserer Gastgeber für die ersten fünf Tage bringt. Claudia und Jorge, ein junges chilenisches Pärchen, nehmen uns auf wie Freunde und wir fühlen uns ab der ersten Minute wohl. Der Jetlag ist grauenhaft und wir fühlen uns die ersten Tage wie erschlagen. Claudia und Jorge binden uns voll in ihre Freizeitaktivitäten ein und so verbringen wir fast jeden Abend mit Freunden, mit Gesprächen, Grillen und Trinken. Das hilft auch nicht gerade, sich vom Jetlag zu erholen. Tagsüber steuern wir planlos durch die Stadt und versuchen ergebnislos Pläne für unsere Weiterreise zu schmieden. Da uns das einfach nicht gelingen mag und wir merken, dass wir dringend eine kleine Auszeit vom Rumreisen benötigen, nehmen wir am Montag (10.04.) kurzentschlossen einen Bus nach Valparaiso. Die berühmt, berüchtigte Hafenstadt Valparaiso ist der ideale Ort, um sich einfach mal ein paar Tage treiben zu lassen. In einem bunten Hostel im Herzen des alternativen Künsterviertels von Valparaiso kommen wir unter und erkunden die Stadt zu Fuss und per Rad, bestaunen die vielen Graffitis und genießen die lebhafte und kreative Atmosphäre. Außerdem unternehmen wir einen kleinen Fahrradausflug in das benachbarte Vina del Mar.

20170411_143226-COLLAGEEndlich haben wir auch eine Idee, wie wir unsere Reise fortsetzen. Wir wollen zumindest im nördlichen Patagonien Radfahren – für den südlichen Teil (Feuerland, Carretera Austral) ist es leider schon zu kalt. Ein Bus bringt uns in der Nacht von Freitag auf Samstag (14. – 15.04.) über 1000 km in den Süden nach Puerto Montt. Von dieser verschlafenen Hafenstadt beginnen wir unsere kleine Radreise im Seenland von Chile. Das Gebiet ist sehr grün und erinnert wieder einmal sehr an meine Heimat – Allgäu. Im Unterschied zum Allgäu zieren hier allerdings Vulkane die Landschaft und nicht die Alpen. Die Ähnlichkeit zu Süddeutschland war für einige Deutsche wohl auch einer der Gründe vor ca. 150 Jahren hierher auszuwandern und so stößt man auf erstaunlich viel deutsches Kulturgut. Deutschsprachige Chilenen, deutsches Essen und Braukultur sind allgegenwärtig. Unsere Radtour führt uns über die idyllischen Orte Puerto Varas, Llanquihue, Frutillar, Puerto Octay und Entre Lagos bis nach Osorno. Somit konnten wir wenigstens einen kleinen Eindruck vom südlichen Chile gewinnen.

20170502_143745-COLLAGEDie Woche ist wohl auch eine der emotionalsten der bisherigen Reise. Sorgen bzgl. der Gesundheit und dem Wohlergehen meiner Katzen lassen mich nächtelang nicht schlafen und das Gefühl aus der Entfernung nichts tun zu können, macht mich wahnsinnig. Zum Glück gibt es Personen, auf die ich mich in diesen Situationen verlassen kann und denen ich mich wiederum anvertrauen kann. Danke! In dieser sowieso schon dünnhäutigen emotionalen Verfassung ereignete sich auch noch ein weiteres herzerweichendes Erlebnis wie folgt…

In Chile gibt es unzählige Straßenhunde. Sie sind überwiegend freundlich und in guter Verfassung – die Chilenen gehen recht gut mit ihnen um. Selten sieht man einen sehr verwahrlosten, schreckhaften oder aggressiven Straßenhund. Als wir aus Frutillar losfahren, werden wir von einer Horde Straßenhunde begleitet – bisher nichts ungewöhnliches. Doch einer ist besonders hartnäckig und folgt uns wie selbstverständlich Kilometer um Kilometer. Nach 15 Kilometern starten wir den ersten Versuch ihn abzuhängen, da wir nicht möchten, dass er sich zu sehr von seinem Ort entfernt. Wir verstecken ein Leberwurstbrötchen (das muss eine ausgesprochene Delikatesse für einen hungrigen Straßenhund sein) und geben Vollgas den Berg runter. Aber was macht Hundi? Läßt das Leberwurstbrot einfach links liegen und rennt uns wie wahnsinnig hinterher! Spätestens am nächsten Berg hat er uns wieder eingeholt und trabt brav hinter Robin her, als ob es seine Bestimmung wäre und er sein ganzes Leben noch nichts anderes gemacht hätte! Weitere Versuche ihn abzuhängen schlagen fehl. Als wir 27 Kilometer später in Puerto Octay ankommen, beschließen wir auf dem örtlichen Zeltplatz zu bleiben und hoffen, dass Hundi über Nacht wegläuft. Doch Hundi lässt sich durch nichts beirren. Noch nicht einmal der Zeltplatzbetreiber kann ihn verjagen. Unbeirrt wacht er die ganze Nacht im strömenden Regen neben unseren Fahrrädern und bewegt sich kaum mehr als einen Meter weit weg. Unsere Herzen werden schwer, als wir ihn am nächsten Tag schwanzwedelnd und mit treuem Blick neben unseren Rädern stehen sehen. Schweigend machen wir uns auf in den Ort. In einem Café überlegen wir, wie wir mit der Situation weiter umgehen sollen. Natürlich wartet Hundi ganz brav neben unseren Rädern. Uns ist bewusst, dass wir ihn nicht weiter mitnehmen können. Die 27-Kilometer-Etappe war eine Ausnahme und unsere durchschnittlichen 70 bis 80 Kilometer können wir ihm nicht zumuten. Außerdem sind die stark befahrenen Straßen viel zu gefährlich und größere Orte nicht schön für Straßenhunde. Mit Tränen in den Augen beobachten wir durch das Fenster unseren treuen Gefährten. Dann heißt es handeln. Robin kauft Hundefutter und ich versuche auf gebrochenem Spanisch einer Ladenbesitzerin unsere Situation zu erklären. Schließlich versteht sie und erklärt sich dazu bereit, dass wir Hundi in ihren Vorgarten locken und das Gartentor schließen, um schnell wegfahren zu können. Hundi merkt genau, dass etwas nicht stimmt und ich muss ihn regelrecht in den Garten schieben. Noch nicht einmal das Futter kann ihn locken. Tor zu und schnell weg… Natürlich geht es erst einmal bergauf und schnaufend stellen wir fest, dass eine Flucht den Berg hoch nicht unbedingt schlau ist. Doch unser Plan geht auf und Hundi folgt uns nicht mehr. Trotzdem drehen wir uns auf den 70 Kilometern nach Osorno ständig um und halten Ausschau. Vielleicht ist auch ein bisschen unvernünftige Hoffnung mit dabei, dass er uns doch folgen könnte? In Osorno verkriechen wir uns erst einmal vor dem Regen. Robin lässt es sich nicht nehmen, am nächsten Tag noch einmal nach Puerto Octay zu fahren und nach Hundi zu schauen. Er findet ihn nach 15 Minuten und beobachtet ihn von weitem. Er macht einen doch recht entspannten Eindruck. Mit ruhigerem Gewissen und einem besseren Gefühl, das Richtige getan zu haben, fährt Robin wieder zurück nach Osorno…

20170502_143942-COLLAGEEs ergibt sich, dass wir ab dem 26.04. die Möglichkeit haben, für zwei Wochen einen Campervan zu mieten um damit in den Norden in die Atacama Wüste zu fahren. Deshalb fahren wir wieder über Nacht von Montag auf Dienstag (24. – 25.04.) mit dem Bus zurück nach Santiago, wo wir wieder für eine Nacht bei Claudia und Jorge unterkommen (wieder ein schöner Abend mit Wein, Tapas und politischen Gesprächen). Am Dienstagnachmittag treffen wir uns mit Mauro, dem Besitzer des Campervans und Teil des kürzlich gegründeten Familienunternehmens “Soulvans”, um uns das Gefährt anzuschauen und alle Modalitäten zu besprechen. Und so beginnt am Mittwoch (26.04.) ein neuer und aufregender Abschnitt unserer Reise!

Folgende Sätze hatte ich am 26.04. hierzu verfasst: Ich sitze gerade in einem Auto – unserem gemieteten Campervan um genau zu sein. Ein festes Zuhause auf vier Rädern für die nächsten zwei Wochen – ist das nicht toll? Die Übergabe hat schon mal reibungslos funktioniert und auch die aufregenden ersten Kilometer aus der Stadt und bis nach Vina del Mar verliefen problemlos. Jetzt gilt es ein hübsches Plätzchen für die erste Nacht im neuen Zuhause zu finden.

…und so sind wir jetzt schon seit sechs Tagen unterwegs. Über 1400 km haben wir zurück gelegt und erreichen voraussichtlich heute San Pedro de Atacama. Der Road trip mit dem Campervan ist eine willkommene Abwechslung. Auch genießen wir die andersartige Landschaft und die Hitze. Selbstverständlich sind die Räder immer mit dabei ;-).

Nachtrag vom 04.05.2017: Wie erwartet, haben wir San Pedro de Atacama vorgestern (02.04.) gut erreicht und auch schon erste Ausflüge unternommen. Bleibt gespannt!

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Tour Aotearoa – Fortsetzung Südinsel

Wie viele Kilometer werden wir in Neuseeland wohl gefahren sein? Ich weiß es nicht so genau, aber es waren sicher sehr viele – und vor allem seeehr viele Höhenmeter.

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Es könnte passieren, dass ich nachfolgend etwas ins Schwelgen gerate, aber Neuseeland ist einfach wundervoll. Wenn ich daran denke, dass es nächste Woche  “schon wieder” weiter geht, wird mir fast ein bisschen schwer ums Herz. (Diesen Artikel habe ich am 28.03. verfasst. Mittlerweile ist „nächste Woche“ und unser Weiterflug nach Chile geht morgen.) Wenigstens stimmt es mich etwas zuversichtlich, dass jeder Reisende dem man begegnet und der schon in Chile war, sagt, dass es das schönste Land (der Welt?!) sein soll… Ich lass mich überraschen… Jetzt jedenfalls bin ich noch in Neuseeland in der Nähe von Rotorua, der Regen plätschert auf die Plane und zwingt zum verweilen. Zumindest gibt mir das die Möglichkeit, die letzten sechs Wochen in Neuseeland in diesem Bericht aufzuarbeiten. (Liest sich ein wenig wie eine Drohung: Achtung! Dieser Beitrag wird seeehr lang! 😉 )

Wir erinnern uns – mein letzter Beitrag über unsere Zeit in Neuseeland endet in Christchurch (16.02.). Der Plan ist, bis zum 25.02. Timaru zu erreichen, um beim Polournier dabei zu sein. Wir haben also eine gute Woche Zeit. Genug Zeit um bis ganz in den Süden nach Invarcargill zu fahren und dann wieder mit dem Bus zurück nach Timaru – denken wir. Am 17.02. fahren wir also (ohne Greg, der noch ein paar Tage in Christchurch bleiben möchte) auf der Hauptschlagader des neuseeländischen Straßenverkehrs – der AH1 – Richtung Süden. Es regnet und da es wieder länger als geplant dauert, aus Christchurch rauszukommen, fahren wir nur knapp 60 km an einen schönen kostenlosen Zeltplatz direkt an einem See (Lake Ellesmere). Gegen Abend wird die Ruhe am See durch eine kleine Autokolonne mit Anhängern mit Dixi Klos, Generatoren, Boxen und Bühnenteilen gestört. Kurz darauf schallt Elektromucke bis zu uns und wir beschließen uns das mal genauer anzuschauen. Wie vermutet sind mehrere Leute damit beschäftigt, ein kleines open air vorzubereiten und laden uns großzügig ein, am nächsten Tag vorbei zu kommen und mit ihnen zu feiern. Das ganze Spektakel geht am Samstag (18.02.) ab 14:00 Uhr los und bis zum nächsten Tag (19.02.) 14:00 Uhr. Spontan bleiben wir und erleben eine typische neuseeländische open air drum & bass party. Somit verzögert sich unsere Weiterreise um zwei Tage und wir beschließen die verbliebenen fünf Tage bis zum Poloturnier doch lieber entspannt bis nach Timaru zu fahren und nicht wie geplant bis nach Invarcargill und dann mit dem Bus zurück nach Timaru. Am 20.02. geht es über ruhige Straßen immer am Rakaia River entlang bis nach Methven. Von dort aus machen wir einen Abstecher zum Rakaia Gorge (21.02.), einem scenic Tall durch welches der türkisblaue und eiskalte Rakaia River fließt. Mutig nehmen wir ein Bad im eiskalten Wasser. Zum Glück ist es außerhalb des Wassers warm und man kann sich nach dem Bad wieder wunderbar an der Sonne aufwärmen.

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Am nächsten Tag (22.02.) geht es die steile Straße aus dem Tal wieder hoch. Die nächste Station auf dem Weg nach Timaru ist der Peel Forest mit rieeesigen uralten Bäumen.

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Dann noch eine Übernachtung in Geraldine (23.02.) und wir kommen pünktlich am Freitag, den 24.02. in Timaru an!

POLO!!!

Das Wochenende vom 24.02. – 26.02. steht ganz im Zeichen des Polo… Die Polo-Familie aus Timaru empfängt uns mit weit offenen Armen. Als wir ankommen, ist schon für alles gesorgt – Unterkunft, Verpflegung, Unterhaltung und sogar Anmeldung als eigenes Team! Wir grillen bei Karl, Ash und Ash und fahren anschließend zum Poloplatz. Es gibt pick up Spiele und vieeel Bier. Es wird viel gequatscht und gelacht und Freundschaften werden geschlossen. Bei den Quali-Spielen am nächsten Tag spiele ich dann auch mal mit und habe viel Spaß. Sogar Greg und sein neuer französischer Reisegefährte schauen mal zum Zuschauen vorbei. Am Sonntag finden dann die Finalspiele statt. Leider sind diese viel zu schnell vorbei und der Nach-Polo-Blues macht sich breit, als nach und nach alle abreisen oder nach Hause gehen. Wir bekämpfen den Blues mit einer Stadtrundfahrt (natürlich auf dem Rad), schauen uns Trainspoting 2 im Kino an und frieren uns beim Pinguine-Schauen in der Abenddämmerung – na ihr wisst schon…

20170226_180405-COLLAGEAm 27.02. fahren wir weiter Richtung Dunedin. Wunderschöne Natur! (Waitaki River)

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In der Nähe von Hampden beobachten wir wieder Pinguine und unzählige Robben.

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Am 01.03. erreichen wir Dunedin. Eine schöne Stadt mit (für Neuseeland eher untypisch) vielen alten Gebäuden. Weiterhin zeichnet sich Dunedin durch seinen großen Campus und viele Studenten aus. Toll!

20170404_151214-COLLAGEDas nächste Highlight unserer Reise ist die Fahrt mit der historischen Eisenbahn von Dunedin nach Middlemarch (am 03.03.) wo der Otago Railway Trail beginnt. Die Eisenbahn schlängelt sich durch abgelegene Gegenden und tolle Natur durch das Land der Pferdemenschen (Rohan) über hohe Brücken und durch enge Tunnel – beeindruckend!

20170404_151803-COLLAGEVom 03.03. bis zum 05.03. sind wir auf dem Otago Railway Trail unterwegs. Quasi der Fortsetzung der Eisenbahnlinie von Middlemarch nach Clyde nur dass die alten Schienen entfernt und die Strecke als Radweg ausgebaut wurde. Ein großartiger Trail. Größtenteils flach fährt man ohne von Autos belästigt zu werden, durch atemberaubende Herr der Ringe Landschaften, über Brücken und durch Tunnel, durch kleine historische und touristisch am Leben gehaltene Städte und erfährt nebenbei sehr viel über die Siedlerzeit und den Goldrausch in der Gegend. Super!

20170404_152006-COLLAGEVon Clyde geht es weiter nach Cromwell (06.03.). Wir sparen uns das touristische Queenstown und fahren direkt nach Wanaka (07.03.). Sehr schön aber auch sehr touristisch!

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Es folgen drei weitere tolle Radfahrtage zwischen den Seen Hawea und Lake Wanaka hindurch über den Haast Pass nach Haast (10.03.). Die Abfahrt vom Haast Pass ist atemberaubend und es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die Natur von der kargen hochalpinen Landschaft in feucht tropfenden Regenwald verwandelt. Wir haben die Westküste erreicht! Eine der regenreichsten Regionen Neuseelands, so ist es kaum verwunderlich, dass uns die Westküste mit Regenwetter empfängt. Da wir bis zum 20.03. wieder auf der Nordinsel sein möchten, es regnet und auf der Strecke zwischen Haast und Franz Josef drei hohe Berge liegen (the three ugly sisters) buchen wir Bustickets und fahren am 11.03. mit dem Bus weiter nach Franz Josef.

Da es weiterhin in strömen regnet, bereuen wir unsere Entscheidung nicht und bemitleiden die Radreisenden, die sich bei diesem “Sauwetter” auf ihren Rädern die steilen Straßen hochkämpfen – hähähä!!! In Franz Josef “gönnen” wir uns das erste Mal in Neuseeland zwei Schlafplätze im Etagenbett im Hostel. Was für ein Luxus mal wieder in einem richtigen Bett zu schlafen! Am nächsten Tag (12.03.) ist das Wetter nur minder besser. Wir kämpfen uns 90 km bis nach Pukekura – mit sechs Einwohnern der angeblich kleinste Ort in Neuseeland – und verkriechen uns dort für zwei Tage in einer für neuseeländische Verhältnisse preiswerten, einfachen aber gemütlichen Cabin und sitzen den Regen aus. Am 14.03. geht es (endlich) wieder weiter. Ab da ist das Wetter großartig und ich genieße die wunderbare Landschaft. Meer und Küste zur linken und Urwald und Berge zur rechten – großartig! So fahren wir durch kleine Goldgräberstädte wie Ross, den Wilderness Trail entlang durch Hokitika (14.02.) und Greymouth (15.02.) über Charleston (16.02.) bis nach Westport von wo aus wir am 17.02. den Bus nach Nelson nehmen. Jeder Abend entlohnt mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang über der Tasmanischen See. Ach ja und die Pancake-Rocks und Blowholes auf halber Strecke zwischen Greymouth und Westport sind wirklich sehenswert. Wir konnten sogar Delfine beobachten!

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…to be continued!

 

Malaysia

Malaysia ist die bisher größte Überraschung der Reise. Modern, gute Straßen, weitestgehend rücksichtsvolle Autofahrer, gute Infrastruktur, sehr Multikulturell, schöne Natur, schöne Städte (George Town, Malakka), höfliche, hilfsbereite und gastfreundliche Einwohner, welche sehr gut Englisch sprechen, wenig (Backpacker)Tourismus… Ein perfektes Reiseziel in Südostasien!

Vom 23.12. bis zum 26.12. verbringen wir also in George Town, einer UNESCO Weltkulturerbe Stadt auf der Insel Penang. George Town ist sehr schön, mit vielen alten Kolonialbauten, viel Streetart und leeecker Streetfood. Dadurch, dass sich die Malaysische Bevölkerung größtenteils aus Malaysiern, Indern und Chinesen zusammensetzt, ist die Landesküche sehr vielfältig und noch dazu unglaublich preiswert. Für umgerechnet 2,50 € bekommt man zur Mittagszeit in Little India leckeres und reichhaltiges Thali. Wir schlafen aus, frühstücken Nudeln, treiben durch die Stadt und schauen uns alte Gebäude und Streetart an, beobachten das bunte Treiben aus Touristen und Straßenkünstlern und genießen die Atmosphäre. Wir besuchen sogar ein Pferderennen – eine durchaus spannende und unterhaltsame Angelegenheit – und verlieren ein paar Euro beim Wetten.

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Mein lieblings Streetart-Foto

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Weihnachten in George Town

Am 26.12. fahren wir mit dem Bus weiter nach Kuala Lumpur. Ich bin aufgeregt und freu mich riesig meine Eltern zu treffen. Meine Vorfreude wird etwas gedämpft, als ich registriere, dass uns der Bus auf der anderen Seite von Kuala Lumpur, 16 km von der Ferienwohnung entfernt, absetzt. Fahrradfahren in Kuala Lumpur stellt sich als aufregend raus. Das Straßennetz besteht aus Autobahnen und Schnellstraßen mit bis zu vier Spuren. Es ist nicht möglich, über kleinere Nebenstraßen quer durch die Stadt zu fahren. Die Fahrt bis zu der Ferienwohnung lässt mein Herz schneller schlagen – im wahrsten Sinne des Wortes und durchaus nicht positiv gemeint! Und dann sind wir endlich da und mein Baba winkt uns vom Balkon zu…

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Mit meinen Eltern in Kuala Lumpur

Die ersten Tage nach der Abreise meiner Eltern und wieder auf dem Sattel sind sehr zäh und ich vermisse Mami und Baba sehr. Der Plan ist, in den nächsten verbleibenden zehn Tagen in Malaysia die Küste entlang bis nach Malakka und dann in die Nähe des Flughafens (KLIA2) zu fahren um die Räder zu verpacken und uns auf die Abreise/Weiterreise nach Auckland vorzubereiten. Wir kommen nur langsam voran und sind enttäuscht von den Städten Shah Alam und Port Dickson. Wenigstens werden die Straßen Richtung Küste ruhiger und ländlicher und wir fahren durch Regenwald an wilden Affen und großen Waranen vorbei. Fasziniert beobachten wir die nicht endende Schlange an Schiffen auf der Meeresstraße von Malakka und in mir kommt langsam wieder Abenteuerstimmung auf. Spätestens als wir Malakka erreichen, habe ich meine Lust am Reisen wiedergefunden.

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Straße von Malakka

Malakka

Eigentlich wollen wir hier nur zwei Tage verbringen, aber wieder kommt alles anders. Am zweiten Tag kommt die Überlegung auf, dass man ja auch direkt von Malakka zum Flughafen fahren könnte. Kurzentschlossen fahren wir zum nächsten Fahrradladen in Malakka um uns nach Fahrradkartons zu erkundigen. Der Besitzer ist sehr freundlich und verspricht uns, zwei Kartons für uns zurück zu legen. Wir kommen ins Gespräch und er empfiehlt uns ein Hostel, in dem wohl alle Radreisenden absteigen. Also schauen wir als nächstes im Hostel vorbei. Howard, der Besitzer, empfängt uns mit einer routinierten Selbstverständlichkeit und zeigt uns das Zimmer, welches er extra für Radreisende bereithält – ein einfaches kleines Zimmer mit Etagenbett. Dieses stellt er uns kostenlos zur Verfügung! Sechs Tage leben wir bei Howard im Hostel und fühlen uns vom ersten Moment an wie Zuhause. Howard (natürlich ein ausgenommener Fahrradnarr) spannt uns in seine (zum Teil waghalsigen) Projekte ein und versorgt uns unermüdlich mit guter Laune, vielen nützlichen Tipps, Essen, Bier und unzähligen schönen und unvergesslichen Momenten. Er hilft uns beim Reinigen unserer Räder, Organisieren der Bustickets und Transport zum Busterminal. Sein Tipp, unsere Räder vor Einreise in Neuseeland zu reinigen, ist unbezahlbar. Danke an dieser Stelle Howard an Dich und Deine tolle Familie! Außerdem hat sein Hostel die tollste Dachterrasse Malakkas. Somit werden die letzten Tage in Südostasien mit die schönsten unserer Reise. Hach, wenn ich beim schreiben an die Zeit in Malakka zurückdenke, wird mir gleich ganz warm ums Herz.

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Ringo’s Foyer

Ringo’s Foyer Guest House

Jalan Portugis, Kampung Dua, 75200 Melaka, Malaysia
+60 6-281 6393