Malaysia

Malaysia ist die bisher größte Überraschung der Reise. Modern, gute Straßen, weitestgehend rücksichtsvolle Autofahrer, gute Infrastruktur, sehr Multikulturell, schöne Natur, schöne Städte (George Town, Malakka), höfliche, hilfsbereite und gastfreundliche Einwohner, welche sehr gut Englisch sprechen, wenig (Backpacker)Tourismus… Ein perfektes Reiseziel in Südostasien!

Vom 23.12. bis zum 26.12. verbringen wir also in George Town, einer UNESCO Weltkulturerbe Stadt auf der Insel Penang. George Town ist sehr schön, mit vielen alten Kolonialbauten, viel Streetart und leeecker Streetfood. Dadurch, dass sich die Malaysische Bevölkerung größtenteils aus Malaysiern, Indern und Chinesen zusammensetzt, ist die Landesküche sehr vielfältig und noch dazu unglaublich preiswert. Für umgerechnet 2,50 € bekommt man zur Mittagszeit in Little India leckeres und reichhaltiges Thali. Wir schlafen aus, frühstücken Nudeln, treiben durch die Stadt und schauen uns alte Gebäude und Streetart an, beobachten das bunte Treiben aus Touristen und Straßenkünstlern und genießen die Atmosphäre. Wir besuchen sogar ein Pferderennen – eine durchaus spannende und unterhaltsame Angelegenheit – und verlieren ein paar Euro beim Wetten.

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Mein lieblings Streetart-Foto

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Weihnachten in George Town

Am 26.12. fahren wir mit dem Bus weiter nach Kuala Lumpur. Ich bin aufgeregt und freu mich riesig meine Eltern zu treffen. Meine Vorfreude wird etwas gedämpft, als ich registriere, dass uns der Bus auf der anderen Seite von Kuala Lumpur, 16 km von der Ferienwohnung entfernt, absetzt. Fahrradfahren in Kuala Lumpur stellt sich als aufregend raus. Das Straßennetz besteht aus Autobahnen und Schnellstraßen mit bis zu vier Spuren. Es ist nicht möglich, über kleinere Nebenstraßen quer durch die Stadt zu fahren. Die Fahrt bis zu der Ferienwohnung lässt mein Herz schneller schlagen – im wahrsten Sinne des Wortes und durchaus nicht positiv gemeint! Und dann sind wir endlich da und mein Baba winkt uns vom Balkon zu…

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Mit meinen Eltern in Kuala Lumpur

Die ersten Tage nach der Abreise meiner Eltern und wieder auf dem Sattel sind sehr zäh und ich vermisse Mami und Baba sehr. Der Plan ist, in den nächsten verbleibenden zehn Tagen in Malaysia die Küste entlang bis nach Malakka und dann in die Nähe des Flughafens (KLIA2) zu fahren um die Räder zu verpacken und uns auf die Abreise/Weiterreise nach Auckland vorzubereiten. Wir kommen nur langsam voran und sind enttäuscht von den Städten Shah Alam und Port Dickson. Wenigstens werden die Straßen Richtung Küste ruhiger und ländlicher und wir fahren durch Regenwald an wilden Affen und großen Waranen vorbei. Fasziniert beobachten wir die nicht endende Schlange an Schiffen auf der Meeresstraße von Malakka und in mir kommt langsam wieder Abenteuerstimmung auf. Spätestens als wir Malakka erreichen, habe ich meine Lust am Reisen wiedergefunden.

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Straße von Malakka

Malakka

Eigentlich wollen wir hier nur zwei Tage verbringen, aber wieder kommt alles anders. Am zweiten Tag kommt die Überlegung auf, dass man ja auch direkt von Malakka zum Flughafen fahren könnte. Kurzentschlossen fahren wir zum nächsten Fahrradladen in Malakka um uns nach Fahrradkartons zu erkundigen. Der Besitzer ist sehr freundlich und verspricht uns, zwei Kartons für uns zurück zu legen. Wir kommen ins Gespräch und er empfiehlt uns ein Hostel, in dem wohl alle Radreisenden absteigen. Also schauen wir als nächstes im Hostel vorbei. Howard, der Besitzer, empfängt uns mit einer routinierten Selbstverständlichkeit und zeigt uns das Zimmer, welches er extra für Radreisende bereithält – ein einfaches kleines Zimmer mit Etagenbett. Dieses stellt er uns kostenlos zur Verfügung! Sechs Tage leben wir bei Howard im Hostel und fühlen uns vom ersten Moment an wie Zuhause. Howard (natürlich ein ausgenommener Fahrradnarr) spannt uns in seine (zum Teil waghalsigen) Projekte ein und versorgt uns unermüdlich mit guter Laune, vielen nützlichen Tipps, Essen, Bier und unzähligen schönen und unvergesslichen Momenten. Er hilft uns beim Reinigen unserer Räder, Organisieren der Bustickets und Transport zum Busterminal. Sein Tipp, unsere Räder vor Einreise in Neuseeland zu reinigen, ist unbezahlbar. Danke an dieser Stelle Howard an Dich und Deine tolle Familie! Außerdem hat sein Hostel die tollste Dachterrasse Malakkas. Somit werden die letzten Tage in Südostasien mit die schönsten unserer Reise. Hach, wenn ich beim schreiben an die Zeit in Malakka zurückdenke, wird mir gleich ganz warm ums Herz.

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Ringo’s Foyer

Ringo’s Foyer Guest House

Jalan Portugis, Kampung Dua, 75200 Melaka, Malaysia
+60 6-281 6393

Fortsetzung folgt!

So, den Beitrag zu Malaysia gibt es dann als nächsten.

Übrigens geht es dann am 05.04. weiter nach Santiago de Chile. Der vorläufige Plan sieht vor, von Santiago de Chile über Argentinien nach Brasilien bis nach Rio de Janeiro zu fahren. Ich würde mich sehr über Besuch und Begleitung freuen! Also falls ihr noch nicht wisst, wie ihr Euren Sommerurlaub verbringen sollt, das wäre eine Möglichkeit!

Bussis, Eure Katja

Thailand

Am 04.12. überqueren wir die Grenze zu Thailand. Die Strecke von Siem Reap nach Poipet ist verhältnismäßig gut und wir erreichen die Grenzstadt Poipet nach einem Zwischenstopp in Sisophon ohne Probleme und nennenswerte Ereignisse. Poipet ist eine häßliche Grenzstadt und auf kambodschanischer Seite geprägt von Casinos, zwielichtigen Buden, zahlreichen armen Tagelöhnern, bettelnden Kindern und unzähligen Touristen. Ich fühle mich sehr unwohl und dadurch, dass immer einer von uns bei den Rädern bleibt, während der andere seine Stempel abholt, dauert die ganze Prozedur der Aus- und Einreise anderthalb Stunden. Die thailändische Seite wirkt zwar im Vergleich zur kambodschanischen Seite schon fast “ordentlich”, trotzdem zieht es uns weiter, um so weit wie möglich von der Grenze weg zu kommen.

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Schon auf den ersten Kilometern sind die Straßen spürbar besser und spätestens nach dem ersten SevenEleven wird uns bewusst, wie modern und wohlhabend Thailand im Vergleich zu seinem armen Nachbarn Kambodscha ist. Doch fehlen uns die freundlichen “Hallo”-Rufe und fröhlichen Kinderscharen. In Thailand werden wir kaum beachtet und wenn, dann größtenteils nur als wandelnde Geldbeutel wahrgenommen. Im Gegensatz zu den Kambodschanern sprechen die Thailänder schlecht Englisch und so kommt kein weiterführendes Gespräch zustande. Über die weniger nennenswerten Orte Sa Kaeo und Chachoengsao erreichen wir am 06.12. Bangkok. Bis auf ein, zwei Verfolgungsjagden mit aggressiven Aufpasserhunden, erste Erfahrung mit sehr scharfem grünem Curry und Stau auf der Autobahn gibt es keine nennenswerten Ereignisse. Der Verkehr auf den letzten Kilometern nach Bankok ist so nervenraubend (Stau, Abgase, unzählige Autos), dass wir beschließen, diese mit dem Zug zu überwinden. Mir gefällt Bangkok nicht. Bangkok ist groß, unübersichtlich und touristisch. Vor ein paar Tagen erst in Thailand angekommen und mit Kopf und Herz noch in Kambodscha fällt es schwer, sich in Bangkok wohl zu fühlen. Wir finden nach längerem Suchen ein preiswertes Guesthouse (Apple Guesthouse) im Backpackerviertel nahe der berühmt, berüchtigten Khaosan Road – fußläufig aber trotzdem weit genug davon entfernt. Fünf Tage und Nächte verbringen wir in der Stadt, feiern  Robins Geburtstag, schauen uns die Stadt an und planten unsere Weiterreise.

20161219_144514-collageÜber den nächsten Teil – unseren Aufenthalt auf Ko Tao – möchte Robin berichten, deshalb überspringe ich den Teil und setze meinen Bericht ab unserer Weiterreise von Chumpon (am 20.12.) aus fort.

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Wie schon geschrieben, haben meine Eltern mir ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk gemacht und mir mitgeteilt, dass sie mich ab dem 26.12. für eine Woche in Kuala Lumpur besuchen werden. Dies stellt uns allerdings vor die Herausforderung, innerhalb von 6 Tagen über 1000 km zu überwinden. Kurzerhand schmeißen wir unseren bisherigen Plan von Chumpon bis nach Krabi zu fahren und von dort aus über die Inseln Koh Lante, Koh Lipe und Langkawi (letztere Insel gehört schon zu Malaysia) nach Malaysia einzureisen, über Bord und nehmen den nächsten und einzigen verfügbaren Zug, der uns bis nach Hat Yai (ca. 80 km vor der Malaysischen Grenze) bringt. Die Zugfahrt mit dem “Nachtzug” dauert um die 8 Stunden. Der Zug ähnelt eher einem Strafgefangenentransport. Unser Abteil hat keine Verkleidung mehr, die Fenster lassen sich nicht schließen und die “Sauberkeit” ist nicht der Rede wert. Zu allem Überfluss stelle ich während der Zugfahrt fest, dass ich mir beim Tauchen auf Kho Tao wohl die Blase verkühlt habe… Zum Glück beinhaltet meine Reiseapotheke auch ein Antibiotikum gegen Blasenentzündung, welches ich noch während der Zugfahrt einnehme. Völlig erschöpft erreichen wir im Morgengrauen bei strömendem Regen Hat Yai und suchen in einem Hostel Unterschlupf. Check In ist erst ab 12:00 Uhr und so verbringen wir weitere fünf Stunden im Gemeinschaftsbereich, bis wir endlich unsere Doppelstockbetten beziehen und etwas schlafen können. Am nächsten Tag machen wir uns im nicht abreißenden strömenden Regen auf Richtung Grenze. Wir fahren an diesem Tag bis kurz vor die Grenze. Am 22.12. überqueren wir die Grenze zwischen Thailand und Malaysia in Pedang Besar innerhalb von wenigen Minuten. Ausreisestempel, Einreisestempel, Zack, fertig! Das ganze Prozedere ist so unkompliziert und unspektakulär, dass wir es selber kaum glauben können. Ohne weitere Stopps geht es weiter nach George Town, wo wir Weihnachten verbringen.

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No worries!

Hier ist es weiterhin zauberhaft… Mittlerweile haben wir die Westküste der Südinsel erreicht und warten den, für hier üblichen, Regen ab, um uns auf unseren letzten Trail auf der Südinsel (Wildernesstrail) zu begeben. Die letzten drei Wochen waren wieder sehr ereignisreich. Polo, Polofamilie, Pinguine, atemberaubende Landschaften, Robben, Duniden, Otago Railway Trail, Alpen, Westküste – um nur ein paar Stichpunkte zu nennen… Doch bevor ich Euch mehr erzähle, zunächst die versprochenen Beiträge zu Thailand und Malaysia.