Frustration

Kennt Ihr das Gefühl? Man hat gerade den vorletzten Absatz seines Berichts geschrieben, da stürzt die Word-App auf dem Handy ab und erlaubt einem danach nicht mehr, auf die soeben erstellte Datei zuzugreifen, da man wohl gegen die Microsoft Benutzerrichtlinien verstößt. Um meinen Account wieder freizuschalten, muss ich meine Telefonnummer angeben, damit mir Microsoft einen Freischaltungscode  per SMS schicken kann. Das ist aber auch für den Arsch, da ich hier in Kambodscha keinerlei Handynetzt habe.

Da ich gerade kein Internet hatte, war Word die komfortabelste Alternative zum Schreiben meines Berichts auf dem Handy.

Grmpf… Jedenfalls war es das dann wohl heute mit einem neuen Bericht. Nur kurz zur Info: aktuell befinde ich mich in Siem Reap (Kambodscha). Die letzten zwölf Tage waren sehr ereignisreich. Bis auf eine leichte Erkältung geht es mir gut. Sobald ich wieder die Nerven habe, den soeben verfassten Bericht noch einmal zu schreiben, erfahrt Ihr mehr…

Allerliebste Grüße sendet Euch Eure (leicht frustrierte) Katja

Lebenszeichen aus Vietnam – Ankunft in HCMC

Liebe Freunde und fleißige Leser des Blogs,

wir haben es geschafft und sind am Montag (14.11.2016) in Ho Chi Minh City (HCMC) angekommen!

Nachdem wir aufgrund der Wetterlage mehr oder weniger in Nha Trang festsaßen, ging es nach sechstägiger Pause letzte Woche Mittwoch (07.11.2016) weiter. Es gab die Überlegung, in Nha Trang einen Tauchkurs zu absolvieren, aber das Wetter besserte sich nicht und das Meer war zu aufgewühlt und dreckig. Deshalb gibt es aus Nha Trang leider nicht allzuviel zu berichten. Nha Trang ist eine moderne Küstengroßstadt – ein Urlaubsparadies bei gutem Wetter. Bei schlechtem Wetter nur noch Großstadt.

Unser Weg nach HCMC führt uns über die Städte/Dörfer Phan Rang – Tháp Chàm, Mũi Ne, La Gi und Vũng Tàu immer an der Küste entlang. Die Landschaft ist wunderschön und von Dauerregen und Überschwemmungen ist nichts (mehr?) zu sehen. Routiniert fahren wir zwischen 100 und 140 km, suchen ein Hotel, duschen, essen, schlafen und wiederholen das Ganze nach dem Frühstück am nächsten Tag (frei nach dem Motto: „eat, RIDE, shower, eat, sleep, repeat“ 😉 ).

20161117_003022-collageimg_20161109_155618Die letzten Kilometer von Vũng Tàu nach HCMC legen wir mit dem Schnellboot zurück.

Und dann sind wir da! Nach 6 Wochen, unzähligen neuen Eindrücken, Erlebnissen und Abenteuern, über 1500 mit dem Rad gefahrenen Kilometern ist es also geschafft. Juhuuuu!!! (@Christl: Ich hatte bisher keinen Durchfall oder andere gesundheitliche Probleme 😉 )

20161114_224905-collageSeit Montag schauen wir uns HCMC an, planen die Weiterreise und genießen die große Auswahl an guten Restaurants. Danke auch für den Tipp mit den Chu Chi Tunneln! Am Freitag geht es voraussichtlich weiter nach Kambodscha (Phnom Phen).

Allerliebste Grüße sendet Euch Eure Katja (und natürlich auch viele Grüße von Robin)

Regenzeit und Überschwemmung in Zentralvietnam


Puhhh, was für ein Tag. Wir haben das mit dem Dauerregen wohl etwas unterschätzt. Da Robin seit zwei Tagen einen steifen Nacken hat, haben wir heute Morgen beschlossen, ein weiteres Stück der Strecke mit dem Zug zurück zu legen. Am Bahnhof in Quy Nhơn werden wir zum nächsten ca. 10 Kilometer entfernten Bahnhof geschickt, da in Quy Nhơn wohl keine Fahrräder mitgenommen werden können?! Auf dem Weg zum nächsten Bahnhof müssen wir dann eine Umleitung fahren, da die Hauptstraße völlig überschwemmt ist. Wir erreichen den Bahnhof und sitzen zehn Minuten später in einem Zug in der Holzklasse im trockenen. Unsere Räder sind sicher im Gepäckwagen verstaut. Was wir in den nächsten Stunden sehen, verschlägt uns die Sprache. Für mich ist es unerklärlich, wie die Vietnamesen mit einer solchen Naturkatastrophe umgehen (können). Ich bin völlig fassungslos. Wir kommen vier Stunden später wohlbehalten in Nha Trang an und checken in eines der zahlreichen Hotels der Stadt ein. Dies ist einem Großteil der von den Überschwemmungen betroffenen Vietnamesen sicher nicht möglich.

Wir werden die nächsten Tage wohl nutzen, um etwas über die Gesamtsituation und die Überschwemmungen und betroffenen Regionen/Straßen heraus zu bekommen.

Wären wir heute gefahren, wären wir jedenfalls nicht weit gekommen. Aber seht selbst…

Huế bis Hội An (20.10. – 28.10.2016)

Huế bis Hội An ist meiner Meinung nach die bisher schönste Etappe unserer Reise. Nach unserer anstrengenden und aufregenden Zugfahrt fahren wir erst einmal zu einem Hotel, welches ich zuvor über das Internet herausgesucht habe. Das Hotel fiel mir durch das unglaubliche Preis-Leistung-Verhältnis und die außergewöhnlich guten Bewertungen auf. Und es ist großartig! Nach der Zugfahrt fühle ich mich wie im Paradies. Duschen, Essen, Schlafen und vom „Trainlag“ erholen. Wie verlängern unseren Aufenthalt von einer Nacht auf drei Nächte. Huế ist sehr schön (alte Kaiser- und ehemalige Landeshauptstadt) und es gibt viel zu sehen. Wir unternehmen kleine Fahrradtagestouren und erkunden die Zitadelle von Huế , die Parfüm Pagode und die Kaisergräber. Außerdem gibt es in Huế zahlreiche Restaurants, Bars und Cafés, die zum Verweilen einladen. Von einer Freundin bekommen wir noch einen Tipp für ein Restaurant, in dem es die besten Milchshakes gibt und natürlich vergewissern wir uns persönlich davon. Es ist lustig, Sachen auszuprobieren, die Freunde davor schon gemacht haben und uns empfehlen. Am letzten Abend werden wir vom Hotelchef zum Abendessen mit den Hotelmitarbeitern und anderen Gästen des Hotels eingeladen. Es ist ein unterhaltsamer Abend und Wehmut bezüglich der Weiterreise macht sich breit.

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Es geht weiter Richtung Hội An mit Zwischenstopps kurz vor Lang Co in einem kleinen Fischernest und Đà Nẵng. Die Fahrt über den Wolkenpass (Hai-Van-Pass), welcher die Wetterscheide zwischen Nord- und Südvietnam darstellt, ist wohl die bisher anspruchsvollste. Es geht 500 Meter hoch und runter, bei über 30° und mit den schwer bepackten Rädern durchaus eine Herausforderung. Doch Dank gegenseitiger Motivation und eines Powerbars (Danke an die vorausschauende Spenderin) meistern wir auch diese. Es hat sehr viel Spaß gemacht!

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Hội An ist wunderschön! Zwar sehr touristisch aber wunderschön. Eine alte Hafenstadt am Ende der Seidenstraße mit gut erhaltenem Altstadtkern und kilometerlangem Strand. Berühmt für seine Schneidereien. Wieder haben wir Glück mit dem Hotel (eine Empfehlung des Hotelchefs aus Huế) und lassen drei Tage die Seele baumeln.

Seit Samstag (29.10.) sind wir wieder auf Achse und schruben  Kilometer. Abseits jeglicher Touristenrouten fahren wir von Nest zu Nest (oder auch mal von größerer Provinzhauptstadt zu Provinzhauptstadt) weiter Richtung Ho-Chi-Minh-Stadt. Die Fragen wo wir Schlafen und Essen werden um so bestimmender, je weiter abseits wir uns von touristischen Pfaden bewegen. Bis auf ein kakerlakenverseuchtes Hotel hatten wir bisher immer Glück mit beidem. Seit Samstag bekomme ich auch ein Verständnis dafür, was Regenzeit bedeutet und dass wir uns offenbar immernoch in Zentralvietnam (hier ist aktuell noch Regenzeit) befinden. Es schüttet wie aus Eimern und das seit vier Tagen ununterbrochen 24h am Tag!!! Alles ist grau, nass und muffig. Zum Glück können wir uns am Ende des Tages in einem Hotel duschen, trocknen und ausruhen. Ich frage mich, wie die Einheimischen mit dem wochenlang anhaltenden Dauerregen umgehen!