Kambodscha Part I


So, zweiter Versuch! Ich bin heute extra zeitig aufgestanden, um diesen Beitrag zu schreiben, denn heute geht es schon wieder weiter in Richtung thailändische Grenze. Ich hoffe, ihr wisst das zu würdigen ;-).

Der letzte (richtige) Beitrag liegt ja nun schon einige Tage zurück. Dies liegt weniger daran, dass es nichts zu Berichten gab/gibt, sondern im Gegenteil daran, dass jeder Tag so ereignisreich war, dass am Ende des Tages keine Zeit und Energie übrig blieb, um über ihn zu berichten.

Seit genau zwei Wochen sind wir jetzt in Kambodscha. Diesen Beitrag schreibe ich aus Siem Reap nahe der weltberühmten Tempelanlagen Angkor Wat.

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Von HCMC ging es zunächst mit dem Bus über die Grenze nach Pnom Penh (Hauptstadt von Kambodscha) und danach mit dem Rad weiter über die Städte Kampong Chhnang, Pursat und Battambang im Süden des Tonle Sap Sees. Die Etappe zwischen Battambang und Siem Reap bewältigten wir größtenteils mit dem Boot.

Die Busfahrt zwischen HCMC und Phnom Penh erfolgte in gewohnter vietnamesischer Manier pünktlich, zuverlässig und problemlos. Selbst die Mitnahme unserer Räder stellte kein Problem dar. Das Prozedere an der Grenze war zwar für uns absolut undurchsichtig, aber wir hatten danach unsere Kambodschanischen Visas im Pass.

Schon zu Beginn in Phnom Penh erfahren wir sehr viel über die Geschichte des Landes und die Gräueltaten der Roten Khmer. Das Land ist noch immer von der Schreckensherrschaft gezeichnet und erholt sich langsam. Wie schon zuvor in Vietnam bin ich schockiert über die Brutalität von Krieg und Genozid und deren Folgen. Es ist für mich (mal wieder) unfassbar zu erfahren, zu was Menschen fähig sind und das Thema beschäftigt mich nach wie vor sehr.

Nach drei Tagen in Pnom Penh (18. – 20.11.) fahren wir also mit den Rädern los nach Kampong Chhnang. Die Straßenverhältnisse in Kambodscha sind katastrophal und in keinster Weise mit denen in Vietnam zu vergleichen. Verwöhnt von neuen, breiten, komfortablen Schnellstraßen und Landstraßen in Vietnam, sehen wir uns jetzt neuen Herausforderungen gegenüber. Wir benötigen alleine anderthalb Stunden um aus Phnom Penh raus zu fahren. Die Hauptstraße! ist schmal, voller Schlaglöcher und Teilweise über längere Passagen nicht asphaltiert. Wir kämpfen uns durch das Gewühl von LKWs, Autos, Mopeds und TukTuks und atmen dabei tonnenweise Abgase und Staub ein. Zum Glück wird es außerhalb der Stadt etwas ruhiger. Die kambodschanische Fahrweise ist sehr Harakiri-mäßig. Nicht selten überholen sich gleich drei Fahrzeuge gleichzeitig auf einer Spur und schaffen das Manöver in letzter Sekunde vor dem herannahenden Gegenverkehr. Erschöpft vom ersten Tag Fahrradfahren in Kambodscha kommen wir gegen Nachmittag in Kampong Chnnang an und in einem wunderschönen Guesthouse mit paradisisch tropischem Garten unter. Wie beschließen gleich zwei Nächte (21. & 22.11.) an diesem kleinen und ruhigen Ort zu bleiben und uns erst einmal von dem Stress der Großstädte HCMC und Phnom Penh zu erholen. Es ist schön, mal wieder frische und saubere Landluft zu schnuppern. Den einen Tag in Kampong Chnnang nutzen wir, um ohne Gepäck auf unseren Rädern das Umland zu erkunden. Die Natur ist fantastisch und die umliegenden Dörfer sind überwiegend sehr sauber und schön. Überall werden wir von breit lächelnden Menschen mit „Hello“ begrüßt. Zum Teil schallt  das „Hello“ aus der hinterletzten Ecke, was das Antworten etwas erschwert, da man nicht zuordnen kann, wo es herkam. Auch hier stößt man auf die Verbrechen der Roten Khmer. So kommen wir auf unserer Tour an ein riesiges Flugfeld (vergleichbar mit dem Tempelhofer Feld) der Roten Khmer. Das Flugfeld wurde von bis zu 50.000 Zwangsarbeitern gebaut. Die, die zu schwach waren, wurden sofort getötet, ALLE anderen wurden nach Fertigstellung des Flugfeldes hingerichtet. Das Flugfeld wurde nie genutzt. Ein sehr bedrückender Ort.

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Bei unserer Rückkehr treffen wir im Guesthouse auf Tom – ein Radreisender aus England – und beschließen spontan die nächste Etappe von Kampong Chnnang nach Pursat zusammen zu fahren (23.11.). Es wird die bisher schönste Etappe unserer Reise durch wunderschöne Landschaften abseits der Hauptstraße und mit einem unerwartet abenteuerlichen Endspurt. Wir verstehen uns gut und beschließen auch die nächste Etappe von Pursat nach Battambang zusammen zu meistern (24.11.). Leider führt die Strecke komplett die Hauptstraße entlang und somit ist es weit weniger schön als am Vortag. Wir stellen einen neuen Streckengeschwindigkeitsrekord auf und erreichen bereits gegen 14:00 Uhr Battambang. Dort trennen sich unsere Wege, da wir beschließen die Etappe von Battambang nach Siem Reap mit dem Boot zu bewältigen. Tom fährt mit dem Fahrrad weiter. In Siem Reap kreuzen sich unsere Wege erneuert.

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An dieser Stelle muss ich leider unterbrechen… Sachen packen, frühstücken und 105 km Radfahren… Fortsetzung folgt!

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