xin chào

…mittlerweile aus Thái Bình.

Ich habe mir vorgenommen, Euch nicht mit jeder einzelnen Etappe unserer Reise und deren Einzelheiten zu langweilen, sondern mich neben dieser Eckdaten mehr auf persönliche Eindrücke und Gedankengänge zu konzentrieren – mal schauen, inwieweit mir das gelingt.

Es kommt ja oft anders, als man denkt und so hat sich unsere Weiterreise in Richtung Ha Long Bucht prompt um einen Tag verzögert, da Robin vom Durchfall heimgesucht wurde. Ich möchte an dieser Stelle aus Respekt vor Robins Privatsphäre nicht näher darauf eingehen ;-P.

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Noch sensibilisierter auf Hygiene und darauf bedacht, bei der Nahrungswahl noch bewusster vorzugehen, geht es dann leicht geschwächt weiter. Dieses Mal mit MAPS.ME anstelle von Google Maps zur Routenplanung. Ein wertvoller Tipp eines weiteren Südostasien Radreisenden.

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Cat Ba Island (11.10. – 16.10.) ist das Ziel. Eine naturgeschützte Insel in der Ha Long Bucht (oder an diese angrenzend?). Wir erwischen die letzte Fähre von Haiphong nach Cat Ba um 16:00 Uhr. Was wir nicht bewusst wahrgenommen haben, ist, dass wir im Norden von Cat Ba Island abgesetzt oder wohl eher ausgesetzt werden.

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Während alle anderen per Bus vom Norden in die über 20 km entfernte Stadt Cat Ba gefahren werden, stehen wir also da mit unseren Fahrrädern… Gegen 17:00 Uhr (um 17:30 Uhr wird es dunkel und zwar schlagartig) und völlig überrascht, wie bergig die Insel ist. Grmpf… Nach 18 km hoch und runter zum Teil über Stock und Stein stehen wir auf einmal vor einem wunderschönen und einladenden Holzgebäude. Juhu, ein Hostel – das Woodstock Beach Camp, wie sich herausstellt. Diesem möchte ich später ein paar mehr (leider nicht nur positive) Worte widmen (Ergänzung folgt). Nach einer ungemütlichen Nacht im Zelt beschallt von lauter Mukke bis zum Sonnenaufgang beschließen wir weiterzuziehen.

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Cat Ba Stadt selbst ist eine häßliche Touristenhochburg, in der sich ein Hotel an das andere reiht. Wir haben Glück und finden etwas abseits ein preiswertes und schönes aber vor allem sauberes und ruhiges Hotel. Die nächsten fünf Tage verbringen wir an einem der drei Strände von Cat Ba, unterbrochen von einem Ausflug zu einem ehemaligen Fort (Krieg im Paradies) einer Bootsfahrt durch das UNESCO Weltnaturerbe Ha Long Bucht und Wandern durch den Cat Ba Nationalpark. Es ist schön zu sehen, dass es auch wunderschöne und halbwegs müllfreie Gegenden in Vietnam gibt. Leider darf man selbst auf Cat Ba nicht zu genau hinschauen – Plastik im Meer, biertrinkende Affen und Ratten beim Bäcker sind nur ein paar der Dinge, die einen doch sehr nachdenklich machen.

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Seit heute sind wir wieder auf Achse. Mit dem Speedboot nach Haiphong und dann weiter nach Thái Bình (Provinzhauptstadt). Es wird auffällig sauberer am Straßenrand und die Hoffnung steigt, dass es Richtung Süden so weitergeht. Thái Bình ist überraschend groß und modern. Highlight des Tages: ein richtiger Supermarkt!!! Ach wie man doch in nur so kurzer Zeit die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen lernt! Frisches Brot, Käse, Obst und Gemüse, Getränke und alles gut sortiert und sauber an einem Ort. Puhhh, hätte nie gedacht, wie sehr ich mich über einen Supermarkt freuen kann. Hmmm, auch das macht wieder sehr nachdenklich.

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Morgen geht es weiter Richtung Ninh Bình. Zumindest auf Bildern sieht es dort vielversprechend schön aus! Es bleibt spannend!

Nachtrag vom 28.10.2016: Woodstock
Als erstes sehen wir eine warm erleuchtete Bar auf der rechten Straßenseite. Auf den zweiten Blick ein wunderschönes großes Holzhaus auf der linken. „Ist das das Woodstock?“ Fragt Robin. „Ja“ sage ich erleichtert, denn bis zu diesem Augenblick bin ich davon ausgegangen, dass wir weitere 10 Kilometer im dunkeln über Schotter bis nach Cat Ba Stadt fahren müssen. In gemütlichen Hängematten liegen Leute und chillen, unterhalten sich miteinander, lachen und wirken ungemein entspannt. Ein blondes Mädchen steht am Empfang und ruft uns ein freundliches „Hallo“ zu. „From where are you and how did you get here?“ sind ihre ersten Fragen. Sie wirkt überrascht und beeindruckt, als wir ihr erzählen, wie wir hierher geraten sind. Zunächst gönnen wir uns zwei kalte Colas. Wir beschließen zu bleiben und fragen nach einer Übernachtungsmöglichkeit für eine Nacht. „No problem“ heißt es zunächst. Sie fragt ihren Kollegen ob noch ein Zimmer frei wäre. „Klar“ meint er, wird dann aber abgelenkt und ist weg. Sie steht nun etwas ratlos da und beschließt dann wohl nach einer Weile, sich selbst um das Organisatorische bezüglich des Raums zu kümmern. Nach ein paar Minuten kommt sie wieder und meint, dass doch leider alle Räume und auch alle Dorm-Plätze belegt sind, aber wir für 10,00 $ in einem Zelt am Strand schlafen könnten. Wir fragen, ob wir vielleicht einfach unsere Hängematten irgendwo aufhängen könnten… wieder heißt es: „Yes, of course, no problem“ und sie läuft wieder weg, um das schnell zu klären. Als sie wieder zurück kommt, meint sie, dass im großen Holzhaus doch kein Platz wäre, aber am Strand abseits ein paar Palmen stehen würden, an denen wir für 3,50 $ pro Person unsere Hängematten aufhängen können! Langsam verfliegt die erste euphorische Stimmung und wir bitten sie, uns die mögliche Stelle für unsere Hängematten zu zeigen. Sie führt uns an die äußerste Ecke vom (Woodstock-)Strand. Dort ist es so vermüllt, dass wir resigniert beschließen, doch in einem Zelt zu schlafen. Als erstes entfernen wir die alte Wolldecke aus dem Zelt. Unsere Sachen dürfen wir in einem Gemeinschaftsraum lagern. Wir essen schnell und wollen dann nur noch duschen, ein Bierchen am Strand trinken und schlafen. Als nächstes stellen wir fest, dass nur eine halbwegs funktionierende Dusche für alle Gäste der Gemeinschaftsräume und Zelte zur Verfügung steht. Der Mülleimer im Bad quillt auch über und es wird immer schwieriger über diese Details hinwegzusehen und sich auf die eigentlich chillige Hippieatmosphäre einzulassen… Wir holen uns jeweils ein Bier an der Bar. Dort herrscht seeeeeehr ausgelassene Partystimmung. Hatte ich schon erwähnt, dass die besagte Bar am Strand und direkt hinter den vermieteten Zelten liegt? Wir trinken aus und gehen schlafen… Versuchen es zumindest… Bis zum Morgengrauen wird ausgelassen gefeiert. Völlig gerädert stehen wir am nächsten Morgen auf und beschließen so schnell wie möglich nach Cat Ba Stadt weiterzufahren, was wir dann auch tun.

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Das Woodstock ist eine wunderschöne Kulisse und der Inbegriff des Banana-Pancake-Trail-Backpacker-tums. Hinter der Fassade aber leider überteuert, desolat und vermüllt. Es wäre diesem Ort zu wünschen, dass das was dargestellt wird, auch wirklich gelebt wird. Gemeinschaft, Umweltschutz, Respekt und Rücksicht…

2 Gedanken zu „xin chào

  1. Jörg sagt:

    Hei fein, hier steht ja schon was.
    Kannst du irgendwie machen, dass man sich die Fotos größer anschauen kann, Katja?

    Klingt auf jeden Fall schon interessant, was ihr da so alles erlebt….Riesenspringkakerlaken…überfahrene Ratten….nächtliche Inselüberquerung…
    Bin schon gespannt auf die Details zum woodstock beach hostel.

    Über Bier trinkende Affen würde ich mich nicht wundern, oder warst du nie am Connewitz Kreuz ?
    Grüße aus L.E.
    Jörg

  2. Franzi und Robert sagt:

    Vielen Dank für den spannenden Beitrag! Es ist schön an euren Erlebnissen teilhaben zu können! Ja, die Fotos sind leider sehr klein.. Macht euch weiterhin eine gute Zeit in dem sommerlichen Wetter, wir denken ganz lieb an euch!!

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