Nun sind schon die ersten vier aufregenden Tage in Vietnam vergangen und es wird allerhöchste Zeit für ein erstes Lebenszeichen auf der Webseite. Es gibt aktuell so viel zu erleben und so viele Eindrücke zu verarbeiten, dass einfach keine Energie zum Berichten übrig bleibt und wenn man dann doch mal Zeit und Lust hätte, etwas zu posten, gibt es kein Internet. Jetzt bin ich zwar auch gerade fix und fertig, aber ich habe mir das so fest vorgenommen und irgendwann muss man schließlich mal anfangen!
Die Anreise war zwar lang und anstrengend, aber verlief absolut reibungslos. Der Plan, die erste Nacht in einem Hotel nahe des Flughafens zu verbringen, erwies sich als die absolut richtige Entscheidung. Nach über 24h on the road war nur noch duschen, Bierchen zum runterkommen trinken und schlafen angesagt.
Der nächste/erste Tag (Freitag, 07.10.) – das Abenteuer kann beginnen!
Zum Frühstück gibt es natürlich Nudelsuppe. Dann werden die Fahrräder zusammengeschraubt. Räder beladen und los. 22km nach Hanoi rein. Die ersten Meter sind ungewohnt. Zu viel Gepäck! Doch wenn man erst einmal rollt, geht es.

Je näher wir der Stadt kommen, um so heftiger wird der Verkehr. Ich glaube, man kann es am besten als kontrolliertes Chaos bezeichnen… Oder als den absoluten Wahnsinn. Ein schier unendlicher Fluss aus Motorrollern. Bei der nächsten Gelegenheit gibt es ein Video. Immer tiefer geht es nach Hanoi rein, bis in das tiefste Herz der Stadt, in die Altstadt. Nun nur noch ein Hostel finden. Auch das funktioniert problemlos. Die nächsten Stunden sind geprägt von unheimlich vielen Eindrücken. So viel zu sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. Schon fast unbeschreiblich (zumindest wenn man todmüde vor dem Einschlafen versucht, seinen ersten Bericht zu schreiben). Zumindest hat Robin seinen ersten Eier-Kaffee (Kaffee mit rohem Eiweißschaum!) überlebt und das ist erst einmal das Wichtigste.

Samstag wird Hanoi weiter zu Fuss und per Rad erkundet. Wir lassen uns treiben und sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen weiter.
Und heute ist auch schon wieder Sonntag bzw. Montag (hier ist es gerade 01:23 Uhr). Wir sind auf dem Weg von Hanoi Richtung Ha Long Bucht. Unsere heutige 65km „kurze“ Etappe konnte alles vorweisen: Schnellstraße, Dorfstraße und Schotterpiste. Das Fahren mit Gepäck ist unglaublich anstrengend. Am meisten muss man sich an das schlingernde Gefühl beim Fahren gewöhnen. Wahrscheinlich muss gerade ich mein Gepäck noch stark reduzieren! Insgesamt verlief auch heute alles problemlos. Die Menschen sind unheimlich toll! Unaufdringlich und trotzdem neugierig und interessiert, hilfsbereit, freundlich, lustig, zurückhaltend… Wir haben diesbezüglich bisher wirklich nur positive Erfahrungen gemacht! Durch das Radfahren erlebt man alles hautnah. Wie alles aussieht, wie die Menschen leben, was sie machen, wie es riecht (oder stinkt… Leider liegt hier zum Teil sehr viel Müll am Straßenrand… Und roadkill in Form von Ratten). An dem heutigen Tag bin ich zwar lange nicht an meine körperlichen Grenzen gekommen, aber der Kopf brummt!!! Deshalb wird es jetzt höchste Zeit zu schlafen. Morgen geht es wieder weiter… Allerliebste Grüße aus Vietnam!
(Bisher hatte ich auch nur zwei Begegnungen mit Kakerlaken. Eine Minikakerlake im Bad und eine große Monsterspringkakerlake, die Robin auf der Straße verfolgt hat. Aber damit kann ich leben.)