Thailand

Am 04.12. überqueren wir die Grenze zu Thailand. Die Strecke von Siem Reap nach Poipet ist verhältnismäßig gut und wir erreichen die Grenzstadt Poipet nach einem Zwischenstopp in Sisophon ohne Probleme und nennenswerte Ereignisse. Poipet ist eine häßliche Grenzstadt und auf kambodschanischer Seite geprägt von Casinos, zwielichtigen Buden, zahlreichen armen Tagelöhnern, bettelnden Kindern und unzähligen Touristen. Ich fühle mich sehr unwohl und dadurch, dass immer einer von uns bei den Rädern bleibt, während der andere seine Stempel abholt, dauert die ganze Prozedur der Aus- und Einreise anderthalb Stunden. Die thailändische Seite wirkt zwar im Vergleich zur kambodschanischen Seite schon fast “ordentlich”, trotzdem zieht es uns weiter, um so weit wie möglich von der Grenze weg zu kommen.

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Schon auf den ersten Kilometern sind die Straßen spürbar besser und spätestens nach dem ersten SevenEleven wird uns bewusst, wie modern und wohlhabend Thailand im Vergleich zu seinem armen Nachbarn Kambodscha ist. Doch fehlen uns die freundlichen “Hallo”-Rufe und fröhlichen Kinderscharen. In Thailand werden wir kaum beachtet und wenn, dann größtenteils nur als wandelnde Geldbeutel wahrgenommen. Im Gegensatz zu den Kambodschanern sprechen die Thailänder schlecht Englisch und so kommt kein weiterführendes Gespräch zustande. Über die weniger nennenswerten Orte Sa Kaeo und Chachoengsao erreichen wir am 06.12. Bangkok. Bis auf ein, zwei Verfolgungsjagden mit aggressiven Aufpasserhunden, erste Erfahrung mit sehr scharfem grünem Curry und Stau auf der Autobahn gibt es keine nennenswerten Ereignisse. Der Verkehr auf den letzten Kilometern nach Bankok ist so nervenraubend (Stau, Abgase, unzählige Autos), dass wir beschließen, diese mit dem Zug zu überwinden. Mir gefällt Bangkok nicht. Bangkok ist groß, unübersichtlich und touristisch. Vor ein paar Tagen erst in Thailand angekommen und mit Kopf und Herz noch in Kambodscha fällt es schwer, sich in Bangkok wohl zu fühlen. Wir finden nach längerem Suchen ein preiswertes Guesthouse (Apple Guesthouse) im Backpackerviertel nahe der berühmt, berüchtigten Khaosan Road – fußläufig aber trotzdem weit genug davon entfernt. Fünf Tage und Nächte verbringen wir in der Stadt, feiern  Robins Geburtstag, schauen uns die Stadt an und planten unsere Weiterreise.

20161219_144514-collageÜber den nächsten Teil – unseren Aufenthalt auf Ko Tao – möchte Robin berichten, deshalb überspringe ich den Teil und setze meinen Bericht ab unserer Weiterreise von Chumpon (am 20.12.) aus fort.

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Wie schon geschrieben, haben meine Eltern mir ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk gemacht und mir mitgeteilt, dass sie mich ab dem 26.12. für eine Woche in Kuala Lumpur besuchen werden. Dies stellt uns allerdings vor die Herausforderung, innerhalb von 6 Tagen über 1000 km zu überwinden. Kurzerhand schmeißen wir unseren bisherigen Plan von Chumpon bis nach Krabi zu fahren und von dort aus über die Inseln Koh Lante, Koh Lipe und Langkawi (letztere Insel gehört schon zu Malaysia) nach Malaysia einzureisen, über Bord und nehmen den nächsten und einzigen verfügbaren Zug, der uns bis nach Hat Yai (ca. 80 km vor der Malaysischen Grenze) bringt. Die Zugfahrt mit dem “Nachtzug” dauert um die 8 Stunden. Der Zug ähnelt eher einem Strafgefangenentransport. Unser Abteil hat keine Verkleidung mehr, die Fenster lassen sich nicht schließen und die “Sauberkeit” ist nicht der Rede wert. Zu allem Überfluss stelle ich während der Zugfahrt fest, dass ich mir beim Tauchen auf Kho Tao wohl die Blase verkühlt habe… Zum Glück beinhaltet meine Reiseapotheke auch ein Antibiotikum gegen Blasenentzündung, welches ich noch während der Zugfahrt einnehme. Völlig erschöpft erreichen wir im Morgengrauen bei strömendem Regen Hat Yai und suchen in einem Hostel Unterschlupf. Check In ist erst ab 12:00 Uhr und so verbringen wir weitere fünf Stunden im Gemeinschaftsbereich, bis wir endlich unsere Doppelstockbetten beziehen und etwas schlafen können. Am nächsten Tag machen wir uns im nicht abreißenden strömenden Regen auf Richtung Grenze. Wir fahren an diesem Tag bis kurz vor die Grenze. Am 22.12. überqueren wir die Grenze zwischen Thailand und Malaysia in Pedang Besar innerhalb von wenigen Minuten. Ausreisestempel, Einreisestempel, Zack, fertig! Das ganze Prozedere ist so unkompliziert und unspektakulär, dass wir es selber kaum glauben können. Ohne weitere Stopps geht es weiter nach George Town, wo wir Weihnachten verbringen.

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